Die Feuerwehr räumt immer auf

Löschen, retten, bergen. Es ist klar, um wen es geht: Unsere Feuerwehr. Doch aufräumen, putzen und sich beschimpfen lassen. Da wäre man jetzt nicht so einfach auf Feuerwehrleute gekommen. Doch auch das gehört zu Ihren Aufgaben.

18 Kilometer Stau auf der A8

Wenn wir diese Durchsage im Radio hören, liegen gleich die Nerven blank. Insbesondere wenn man bereits in der Blechlawine steht. In diesem Moment schaltet sich das Mitgefühl sofort ab. Vor allem, wenn bekannt wird, dass niemand ernsthaft verletzt wurde. Mit manchen Autofahrern geht in diesem Moment der Gaul durch. Wütende Beschimpfungen und derbe Beleidigungen prasseln auf die Rettungskräfte ein. Aber schneller geht es manchmal nicht.

In diesem Fall war ein LKW mit palettenweise Speiseöl umgekippt. Es dauert viele Stunden, die Fahrbahn wieder so befahrbar zu machen, dass keine Risiko mehr besteht. Kein normaler Fall. Deshalb mussten die Einsatzkräfte sogar die Mittelleitplanke durchtrennen, um den Stau über die Gegenfahrbahn aufzulösen.

„Wer glaubt, das würde uns Spaß bereiten oder wir hätten das in einer vorgegebenen Zeit zu lösen, der irrt sich gewaltig“ erklärt und ein Feuerwehrmann. Dies erklärt auch die Zeit in einem interessanten Artikel über Autobahn-Unfälle.

„Wir haben insgesamt drei Tage am Unfallort verbracht und manche Kollegen wurden dafür beinahe verprügelt.“ Er schüttelt fassungslos den Kopf. Soviel Unverständnis und Aggression sorgt auch bei uns für Kopfschütteln.

Die Putzkolonne mit Verantwortung

Dabei haben die Feuerwehrleute eine große Verantwortung zu tragen. Wird der Straßenabschnitt nicht professionell gereinigt, sondern zu früh wieder für den Verkehr freigegeben, haften die Rettungsdienste für daraus folgende Schäden. Im Fall von mehreren hundert Litern Speiseöl in Glasscherben kann man sich den Aufwand bildlich vorstellen. Würden Reste der gefährlichen Suppe auf der Fahrbahn zurückbleiben, könnte es zu folgenschweren Unfällen kommen. Öl und Scherben sind schon einzeln eine große Gefahr.

Diese Verantwortung scheint aber manch genervtem Staugeschädigten ziemlich egal zu sein. Deshalb plädieren wir an dieser Stelle für mehr Verständnis und mehr Dankbarkeit.